Ein Workshop braucht einen Arbeitsauftrag

Ein KI-Workshop ist dann hilfreich, wenn dein Team danach eine konkrete Aufgabe besser angehen kann. Eine Sammlung beeindruckender Demonstrationen beantwortet noch nicht, welche Anwendung zu euren Daten, Freigaben und Kapazitäten passt. Formuliere deshalb vorab ein Ergebnis, beispielsweise: „Wir definieren einen geprüften Ablauf für die Erstellung unseres monatlichen Kundennewsletters.“

Dieser Auftrag begrenzt die Diskussion sinnvoll. Es geht um echte Arbeitsschritte, vorhandene Materialien und die Personen, die später damit arbeiten. Für ein erstes Format empfehlen wir einen zusammenhängenden Prozess. Weitere Ideen dürfen gesammelt werden, ohne den vereinbarten Schwerpunkt zu verdrängen.

Vorher Material und Verantwortliche zusammenbringen

Bitte Teilnehmende um typische Aufgabenbeschreibungen, freigegebene Textbeispiele und häufige Korrekturen. Vertrauliche Daten sollten für Übungen durch geeignete Beispieldaten ersetzt werden. Eine Person aus der fachlichen Umsetzung gehört ebenso dazu wie jemand, der über Prozess und Freigabe entscheiden kann.

Auch die bisherige Bearbeitungszeit ist nützlich. Sie muss keine aufwendige Studie sein. Eine nachvollziehbare Ausgangsaufnahme hilft später zu erkennen, ob ein neuer Ablauf tatsächlich Arbeit spart oder lediglich Arbeit zwischen Personen verschiebt. Dokumentiere außerdem, welche Systeme bereits eingesetzt werden und welche Zugänge für einen Pilot fehlen.

Vier greifbare Ergebnisse verlangen

Am Ende sollten vier Dinge vorliegen: eine priorisierte Liste geeigneter Anwendungsfälle, ein nachvollziehbares Arbeitsbeispiel, klare Qualitätskriterien und ein Pilotplan mit verantwortlicher Person. Für einen Newsletter könnte das Beispiel aus Briefing, Entwurf, Prüfliste und Freigabeschritt bestehen.

Die Qualitätskriterien gehören schriftlich dazu. Sind Aussagen belegt? Entspricht der Text der Markenstimme? Ist er für die Zielgruppe verständlich? Ist der nächste Schritt eindeutig? Ein wiederholbarer Prüfmaßstab ist wertvoller als das Urteil, dass ein einzelner Entwurf „schon ganz gut“ aussieht.

Beispiel: Vom Fachgespräch zum Newsletter

In einem hypothetischen Workshop bringt ein Unternehmen ein freigegebenes Interview mit einer Fachperson mit. Das Team extrahiert zuerst die wichtigsten Kundenfragen. Anschließend entsteht eine Gliederung, danach ein Entwurf. Eine zweite Person prüft fachliche Aussagen am Ausgangsmaterial und markiert Ergänzungen, die noch belegt werden müssen.

Anthropic beschreibt vorgegebene Arbeitsschritte als eine mögliche Form von KI-Workflows. Diese Idee eignet sich als technische Grundlage für einen solchen klar umrissenen Ablauf. Workflow-Grundlagen

Den Pilot klein und prüfbar halten

Ein Pilot braucht einen Zeitraum, eine Auswahl typischer Aufgaben und eine gemeinsame Auswertung. Lege fest, welche Ergebnisse als brauchbar gelten und wer bei Fehlern hilft. Vergleiche den gesamten Ablauf einschließlich Vorbereitung und Nacharbeit. Wenn ein Text schneller entsteht, aber mehr Abstimmung benötigt, gehört das in die Bewertung.

NIST bietet einen allgemeinen Rahmen zur Steuerung von KI-Risiken. Für die Workshop-Nachbereitung lässt sich daraus die praktische Frage ableiten, wer Qualität und Auswirkungen dauerhaft beobachtet. Eine Schulung allein ersetzt diese Zuständigkeit nicht. NIST-Rahmenwerk

Gute Anschlussfähigkeit statt voller Werkzeugliste

Zum Abschluss sollte jede beteiligte Person wissen, was sie als Nächstes tut, wo die Unterlagen liegen und wann die erste Auswertung stattfindet. Offene technische Fragen werden als Aufgaben festgehalten. Falls eine Integration notwendig ist, wird sie separat beschrieben.

Unsere KI-Workshops verbinden fachliche Übungen mit einer konkreten Umsetzungsperspektive. Wenn noch unklar ist, welcher Prozess sich zuerst eignet, beginnt die Zusammenarbeit mit KI-Beratung. Die Werkzeugauswahl folgt aus dem vereinbarten Arbeitsauftrag.

Quellen und weiterführende Informationen

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Manuel Streit
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